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Energiestrategie 2050

Nach der Kernreaktorkatastrophe 2011 haben Bundesrat und Parlament 2017 den schrittweisen Ausstieg der Schweiz aus der Kernenergie beschlossen. Dies forderte ein Umbau des Schweizer Energiesystems, woraus die Energiestrategie 2050 entstanden ist. Hierbei wurden drei Kernmassnahmen festgelegt: Der Ausstieg aus der Kernenergie, die Steigerung der Energieeffizienz und der Ausbau der erneuerbaren Energien.

Ausstieg aus der Kernenergie: Der Bundesrat hat beschlossen, dass keine neuen Kernkraftwerke mehr gebaut werden dürfen sowie keine grundlegenden Änderungen an bestehenden Kernkraftwerken gemacht werden dürfen. Zusätzlich werden die noch bestehenden Kernkraftwerke nur so lange weiter betrieben, wie sie noch sicher sind.

Steigerung der Energieeffizienz: Der Energieverbrauch pro Kopf soll gesenkt werden. Hierzu wurden Zielwerte festgelegt. Der Gesamtenergieverbrauch soll pro Kopf bis 2035 um 43% gesenkt werden. Zusätzlich soll der Stromverbrauch pro Kopf bis 2035 um 13% gesenkt werden. Da der Verkehr 32,8% und die Haushalte 29,3% des Endenergieverbrauchs ausmachen, werden in diesen Bereichen spezifische Massnahmen getroffen.

Im Jahr 2021 wurden verschärfte Emissionsvorschriften in der Mobilität eingeführt.  Seit Anfang 2021 dürfen neu in Verkehr gesetzte Personenwagen maximal 118 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen. Zusätzlich wird der Ausbau von Elektrofahrzeugen angestrebt.

Da die Haushalte die zweitgrößten Verbraucher sind wird hier ebenfalls angesetzt. Vor allem die Wärmeversorgung der Häuser braucht viel Energie. Das Gebäudeprogramm unterstützt die Sanierung von älteren Häusern, die schlecht isoliert sind und fördert ebenfalls die Umrüstung von fossilen Heizsystem auf solche, die durch erneuerbare Energiequellen betrieben werden. Hierzu stehen derzeit maximal 450 Millionen Franken pro Jahr zu Verfügung.

Ausbau der erneuerbaren Energien: Je mehr erneuerbare Energie verfügbar sind, desto weniger ist die Schweiz abhängig von Importen von fossilen Energien. Deshalb sollen Energien aus Sonne, Holz, Biomasse, Wind und Geothermie gefördert werden. Dies soll dazu beitragen, dass erneuerbare Energie gegenüber den übrigen Energiequellen wirtschaftlich konkurrenzfähig werden. Konkret soll 2035 im Vergleich zu 2018 rund drei Mal mehr Strom aus vor allem Sonne und Wind produziert werden. Um diesen Ausbau zu unterstützen wurde der Netzzuschlag per Januar 2018 von 1,5 auf 2,3 Rappen pro Kilowattstunde erhöht. Zusätzlich wurde der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) neu geregelt, damit selbst produzierter Strom auch an benachbarte Grundeigentümer oder Mieter abgegeben werden. Zusätzlich fördert der Bund erneuerbare Energie mit Einmalvergütungen bis zu 30% der Investitionskosten. Einzelne Kantone, Gemeinden und Energieversorger fördern Photovoltaikanlagen zusätzlich mit Investitionsbeiträgen oder Einspeisevergütungen. Zudem sind in fast allen Kantonen die Investitionskosten beim Bau einer Solaranlage auf ein bestehendes Gebäude steuerlich abzugsfähig.

5 Jahre Energiestrategie 2050: Am 21. Mai vor fünf Jahren hat die Schweizer die Energiestrategie 2050 angenommen. Das Bundesamt für Energie beobachtet in Zusammenarbeit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und anderen Bundesstellen die Entwicklungen und erstellt jedes Jahr ein Monitoring Bericht. Im Jahr 2020 wurden alle geplanten Ziele erreicht. Der Energieverbrauch pro Kopf ging 12% zurück. Zusätzlich wurden die erneuerbaren Energien um fast 5 Terawattstunden ausgebaut. Hierbei wird erwähnt, dass der Ausbau von Wind- und Wasserkraft sowie der Geothermie unter den Erwartungen blieb. Dafür war der Ausbau von Solarenergie viel höher als erwartet. Hinzu kommt, dass ein Schweizer Atomkraftwerk bereits stillgelegt wurde.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Schweiz die richtige Richtung eingeschlagen hat, um die gesteckten Ziele zu erreichen sind weitere Fortschritte notwendig. Um die Energieversorgung in der Schweiz auf möglichst CO2 neutrale Weise zu sichern ist der Ausbau der erneuerbaren Energie weiterhin erforderlich. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann mit dem individuellen Verhalten zur Energiewende beitragen. Sei es durch weniger Energieverbrauch oder durch das Nutzen von erneuerbarer Energie.